Resilienz und Unruhe

warum sich Entspannung erst falsch anfühlt

Viele Menschen berichten, dass sie sich zu Beginn eines freien Tages oder am Beginn des Urlaubs seltsam unruhig fühlen. Sie haben sich darauf gefreut. Statt Erleichterung kommt aber zunächst eine diffuse Anspannung, für die sie keinen Grund erkennen.

Erst kommt die Unruhe und das ist kein Zufall.

Was in uns passiert, wenn das Tempo nachlässt

 

Unser Nervensystem ist anpassungsfähig. Wer über lange Zeit viel leistet, viel Termine meistert und wenig loslässt, gewöhnt sich daran. Der Körper lernt: Das ist normal. Und wenn dieser Dauerzustand plötzlich wegfällt – am Wochenende oder im Urlaub – sucht das System kurzzeitig nach der gewohnten Anspannung.

Das erklärt, warum viele Menschen im Urlaub erst nach einer Woche „ankommen“. Die ersten Tage verbringen sie damit, ihrem eigenen Nervensystem beim „Runterfahren“ zuzusehen. Das kostet Zeit. Das kostet manchmal auch Mut.

Andere ersetzen ihren Alltagsstress sofort durch vielfältige Urlaubsaktivitäten – durch Urlaubsstress.

Damit wird klar, warum echte Erholung selten sofort passiert oder gar nicht.

Warum wir das falsch deuten

 

Die erste Reaktion auf Stille ist manchmal eben keine Entspannung, sondern Unruhe. Manchmal ist sie verbunden mit Gereiztheit, ohne konkreten Grund.

Viele interpretieren diese Unruhe als Zeichen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. 

Was ich gelernt habe: Die Unruhe nicht bekämpfen, sie geschehen lassen und ihr einfach zuschauen. Sie ist kein Zeichen, dass etwas falsch ist. Sie ist ein Zeichen, dass sich etwas in Dir verändert. Die Veränderung ist am Anfang fast immer mit Unbehagen verbunden.

Das Unbehagen ist gut und richtig. Körper und Geist sortieren sich neu, wenn wir ihnen die Zeit und die Muße dazu geben. Lass sie!

Was hat das mit Resilienz zu tun? 

Echte Resilienz zeigt sich nicht darin, wie viel man aushält. Echte Resilienz zeigt sich – unter anderem – darin, wie gut man zwischen Anspannung und Ruhe wechseln kann. Wer den Wechsel nicht zulässt und übt, sondern jede Stille sofort mit Ablenkung füllt, verliert irgendwann die Fähigkeit dazu.

Das Unbehagen in der Stille ist kein Problem, sondern eine normale Begleiterscheinung.

Eine Frage, die bleiben darf

 

     „Wann hast Du zuletzt die Unruhe in der Stille ausgehalten, sie nicht mit Aktivitäten gefüllt?
       Was ist danach mit Dir geschehen?“

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Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „Von der Erschöpfung zur Resilienz“. Wenn du den Gedankengang von Anfang an verfolgen möchtest, beginne mit dem ersten Artikel der Serie „Was ist Resilienz wirklich.“                    

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Darin geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um Beobachtungen, die den Blick auf Dein Leben verändern können.

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