Unsicherheit loswerden – Du kannst sie nicht loswerden (Resilienz-Serie #6)

 

Was ist Unsicherheit?

Vielleicht kennst Du diese Situation: 

– du willst eine Entscheidung treffen und verschiebst sie auf morgen,
– du triffst die Entscheidung und fragst Dich am nächsten Tag, ob sie richtig war,
– du möchtest etwas Neues starten – Dich neu bewerben, einen unbekannten Menschen
   ansprechen oder ein Projekt beginnen. Doch irgendetwas hält Dich zurück.

Manchmal taucht die Unsicherheit nur in bestimmten Situationen auf. Manchmal ist sie aber diffus immer da, ohne erkennbaren Anlass. Sie begleitet Dich durch den Tag und flüstert Dir immer wieder dieselbe Frage zu: “Was ist, wenn …?”
Wer das erlebt, will nur eines: Endlich die Unsicherheit loszuwerden.

 

Du kannst aber Unsicherheit nicht loswerden, denn die Zukunft ist unsicher – ich sage lieber „die Zukunft ist ungewiss“. Weil wir einfach nicht wissen, was morgen sein wird. Wir versuchen, dem mit Gesetzen und Versicherungen zu entgehen. Sie ist aber dennoch da und wir müssen mit ihr leben. Unsere eigene Unsicherheit hat auch damit zu tun, dass wir das Ergebnis unseres Handelns nicht kennen. Weil es sich erst in der – ungewissen – Zukunft zeigt. 

Als ich über diesen Wunsch „Unsicherheit loswerden“ nachdachte, fiel mir etwas auf. Kann man eigentlich Unsicherheit loswerden? Im Wort „Un-Sicherheit“ steckt der Hinweis: es fehlt etwas. Kann man etwas, das fehlt, loswerden? Kann man entfernen, was nicht da ist?

 

Wonach suchen wir eigentlich, wenn wir Unsicherheit loswerden wollen?

Wir suchen die Zustimmung anderer zu unseren Entscheidungen oder Meinungen.
Wir suchen Bestätigung und Lob durch Likes und fühlen uns so auf dem richtigen Weg.
Wir vertrauen auf Verträge, Gesetze und Versicherungen.

Wunderbar. Doch was ist, wenn morgen:

  • die Zustimmung zurückgezogen wird,
  • ein neuer Beitrag von Dir in wenigen Stunden aus den Likes Kritik wird lässt,
  • Verträge gekündigt werden, sich Gesetze ändern oder die Versicherung genau in Deinem
    Fall nicht zahlt?

Wie kann etwas sicher sein, was sich jederzeit ändern kann?

 

Wir verbringen viel Zeit damit, unser Leben sicherer zu machen.
Nutzen wir nicht zu wenig Zeit dafür, selbst sicherer zu werden?

 

Dieser Gedanke beschäftigt mich schon lange. Nicht, weil Absicherung falsch oder unwichtig wäre, sondern weil sie Grenze hat und uns nicht jede Unsicherheit abnehmen kann. Viele hoffen auf das Gefühl der Sicherheit von außen. Das existiert aber nur scheinbar und ist selbst wieder unsicher.
Die wahre Sicherheit liegt einzig und allein in uns selbst.
Wer sie entwickelt hat, dem kann sie nicht mehr genommen werden.
  

Zwei Fragen für Dich:

Nicht: „Wie werde ich Unsicherheit los?“
Sondern: „Welche Sicherheit suche ich eigentlich?“
                 “ Wo finde ich sie?“
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Wenn Du diese Gedanken vertiefen möchtest

Jede Woche schreibe ich einen „Brief auf dem Weg zur Resilienz“.

Darin geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um Beobachtungen, die den Blick auf Dein Leben verändern können.

Wenn Du die Briefe direkt in Dein Postfach willst, dann trage Dich hier ein.

 

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Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „Von der Erschöpfung zur Resilienz“. Wenn du die Gedanken verfolgen möchtest, beginne mit dem ersten Artikel der Serie „Was ist Resilienz wirklich.“ Du findest ihn auf meiner Homepage. 

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