Vielleicht kennst Du diese Situation:
– du willst eine Entscheidung treffen und verschiebst sie auf morgen,
– du triffst die Entscheidung und fragst Dich am nächsten Tag, ob sie richtig war,
– du möchtest etwas Neues starten – Dich neu bewerben, einen unbekannten Menschen
ansprechen oder ein Projekt beginnen. Doch irgendetwas hält Dich zurück.
Manchmal taucht die Unsicherheit nur in bestimmten Situationen auf. Manchmal ist sie aber diffus immer da, ohne erkennbaren Anlass. Sie begleitet Dich durch den Tag und flüstert Dir immer wieder dieselbe Frage zu: “Was ist, wenn …?”
Wer das erlebt, will nur eines: Endlich die Unsicherheit loszuwerden.
Als ich über diesen Wunsch nachdachte, fiel mir etwas Merkwürdiges auf. Kann man eigentlich Unsicherheit loswerden? Im Wort „Un-Sicherheit“ steckt der Hinweis: es fehlt etwas. Kann man etwas, das fehlt, loswerden? Kann man entfernen, was nicht da ist?
Wonach suchen wir eigentlich, wenn wir Unsicherheit loswerden wollen?
Wir suchen die Zustimmung anderer zu unseren Entscheidungen oder Meinungen.
Wir suchen Bestätigung und Lob durch Likes und fühlen uns so auf dem richtigen Weg.
Wir vertrauen auf Verträge, Gesetze und Versicherungen.
Wunderbar. Doch was ist, wenn morgen:
– die Zustimmung zurückgezogen wird,
– ein neuer Beitrag von Dir in wenigen Stunden aus den Likes Kritik wird lässt,
– Verträge gekündigt werden, sich Gesetze ändern oder die Versicherung genau in Deinem
Fall nicht zahlen will?
Wie sicher kann etwas sein, das sich jederzeit ändern kann?
Wir verbringen viel Zeit damit, unser Leben sicherer zu machen.
Nutzen wir aber nicht zu wenig Zeit dafür, selbst sicherer zu werden?
Dieser Gedanke beschäftigt mich schon lange. Nicht, weil Absicherung falsch oder unwichtig wäre, sondern weil sie Grenze hat und uns nicht jede Unsicherheit abnehmen kann. Viele hoffen auf das Gefühl der Sicherheit von außen. Das existiert aber nur scheinbar und ist selbst wieder unsicher.
Deshalb frage ich mich heute – nicht mehr:
„Wie werde ich Unsicherheit los?“
Sondern:
„Wonach suche ich eigentlich?“
Damit beginnt etwas Neues, das weit über die ursprüngliche Frage hinausführt. Darüber schreibe ich in meinen „Briefen auf dem Weg zur Resilienz“.
Darin geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um Beobachtungen, die Deinen Blick auf das Leben verändern können.
Wenn Du die Briefe direkt in Dein Postfach willst, dann trage Dich hier ein.