Was wollen wir alle erreichen?
Geld, Erfolg und angesehene soziale Position? Partnerschaft und Familie. Gesundheit, Sicherheit und ein schönes Zuhause?
Wenn Du Deine eigenen Ziele ansiehst, wirst Du wahrscheinlich einiges davon wiederfinden. Und dazu noch andere Dinge, die Dir wichtig sind. Aber warum wollen wir das alles? Was steckt hinter unseren Zielen, um die wir uns bemühen?
Schon Aristoteles hat sich diese Frage gestellt. Sein Ergebnis ist verblüffend einfach: Hinter allem, was wir anstreben, steht letztlich ein oberstes Ziel: Wir wollen ein gutes Leben – wir wollen glücklich sein.
Wir verfolgen also unsere verschiedenen Ziele nicht um ihrer selbst willen, sondern weil wir uns von ihnen ein gutes Leben versprechen. Geld, Erfolg, Anerkennung, Sicherheit, Partnerschaft. Sie sind nur die Mittel für ein gutes Leben – aber sie sind nicht der Sinn des Lebens.
Und damit sind wir bei der Frage, die größer ist als die Frage nach dem nächsten Ziel:
Was ist eigentlich ein gutes und glückliches Leben?
Woher wissen wir, was wir erreichen wollen?
Die meisten von uns haben früh gelernt, sich Ziele zu setzen. Wir wurden gefragt: Was willst du werden? Was willst du erreichen?
Deshalb überlegen wir, was wir beruflich erreichen wollen, wie wir finanziell dastehen möchten, wo wir wohnen wollen und welche Menschen zu unserem Leben gehören sollen. Wir überlegen, planen, entscheiden, strengen uns an und vergleichen uns mit anderen.
Das funktioniert erstaunlich gut. Wir können uns so ein Leben aufbauen, das von außen betrachtet sehr vernünftig aussieht. Guter Beruf, Einkommen, Partnerschaft, Familie, vielleicht ein eigenes Haus. Dazu Urlaub, Freunde, Hobbys und ein gewisses Maß an Sicherheit.
Nichts davon ist falsch, sondern kann zu einem guten Leben beitragen. Die entscheidende Frage ist eine andere:
Reicht es, Dinge zu erreichen, um ein gutes Leben zu führen?
Oder anders fragen: reicht Erfolg zum glücklich sein?
Denn wir können Ziele erreichen und trotzdem irgendwann feststellen, dass etwas fehlt.
Vielleicht kennst Du das Gefühl. Eigentlich ist vieles in Ordnung. Es gibt keinen offensichtlichen Grund, unzufrieden zu sein. Und trotzdem taucht dieser Gedanke, dieses Gefühl auf:
Sollte das alles gewesen sein?
Oft ist es nur eine leise Irritation, denn mehr lassen wir meist nicht zu. Dann beschäftigen wir uns mit dem nächsten Ziel, weil wir es so gelernt haben. Wir fragen nach dem nächsten Ziel. Was will ich jetzt erreichen? Wie sieht mein nächster Karriereschritt aus? Was möchte ich mir noch leisten können? Was muss ich dazu tun?
Das sind die Fragen, die wir uns stellen. Das sind die Fragen die uns von Kindesbeinen an begleiten. Die Eltern, Lehrer, Arbeitgeber und Freunde uns stellen – und die wir selbst uns stellen. Ziele helfen uns, unser Leben zu strukturieren. Ziele beantworten aber nicht die Frage, worum es in unserem Leben eigentlich gehen soll.
Es liegt ein großer Unterschied zwischen:
„Was will ich erreichen?“ und „Wofür möchte ich leben?“
Die Antworten auf die erste Frage ist ein Ziel.
Die Antwort auf die zweite Frage gibt uns eine Richtung, gibt uns Orientierung.
Die Frage nach dem Sinn unseres Lebens verlieren wir in der täglichen Hektik leicht aus den Augen. Unser Leben ist voller Aufgaben, Entscheidungen und Ziele. Die Ziele sind zähl- und messbar. Für sie brauchen wir keine Antwort auf die große Frage: Wofür?
So können wir jahrelang beschäftigt sein, ohne uns zu fragen, ob das, womit wir uns beschäftigen, tatsächlich zu dem Leben führt, das uns glücklich macht.
Ein gutes Leben fällt nicht vom Himmel
Wenn Aristoteles recht hat und wir hinter unseren vordergründigen Zielen letztlich ein gutes und glückliches Leben anstreben, dann stellt sich eine andere Frage:
Wie entsteht ein gutes und glückliches Leben?
Ist es das Ergebnis möglichst vieler erfüllter Wünsche? Brauchen wir dazu Erfolg, Sicherheit und Anerkennung? Brauchen wir die richtigen Menschen an unserer Seite? Oder entsteht ein gutes Leben auf eine ganz andere Weise?
Vielleicht liegt die Antwort nicht darin, was wir in unserem Leben haben oder erreichen. Kommt es nicht vielmehr darauf an, worum es in unserem Leben gehen soll und wie wir unser Leben führen wollen?
Die Frage nach dem Glück ist anspruchsvoller. Wenn Glück nur davon abhinge, möglichst viele unserer Wünsche zu erfüllen, müssten wir eigentlich nur herausfinden, was wir wollen, und es uns anschließend verschaffen.
So einfach ist es offensichtlich nicht. Viele erreichen, was sie wollen, und sind trotzdem unzufrieden. Sie sind erfolgreich und dennoch fehlt ihnen etwas in ihrem Leben. Sie machen vieles richtig und haben trotzdem das Gefühl, dass ihrem Leben etwas Wichtiges fehlt.
Worum es in dieser Serie geht
Unsere Suche beginnt genau hier – nicht mit der Frage, wie Du erfolgreicher wirst.
Nicht mit der Suche nach einer Liste von Dingen, die Du brauchst, um glücklich zu sein.
Auch nicht mit einer allgemeingültigen Definition davon, was der „Sinn des Lebens“ ist.
Am Ende geht es um etwas sehr Einfaches:
Wir alle wollen glücklich sein.
Die spannende Frage ist deshalb:
Was brauchen wir, damit wir in unserem Leben glücklich sind?
Genau dieser Frage gehen wir in dieser Serie nach.
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