Pause oder Flucht: was Resilienz stärkt

 

Pause oder Flucht. Von außen sehen beide ähnlich aus. Ein freier Nachmittag. Ein Wochenende ohne berufliche Verpflichtungen. Ein Sommer mit weniger Terminen.

Wenn Du Dich danach nicht erholt fühlst, liegt es vielleicht nicht daran, dass Du zu wenig freie Zeit hattest. Es könnte daran liegen, wie Du die freie Zeit genutzt hast.

Es gibt zwei Arten Deine freie Zeit zu nutzen:

Die erste: Du machst eine Pause. Du trittst bewusst auf die Bremse und verlangsamst Dein Leben. Du gönnst Dir Zeit und Muße – nicht um zu entkommen, sondern um wieder – bei Dir selbst – anzukommen.

Die zweite: Die Flucht in Aktivitäten. Du hältst das Tempo bei. Du suchst Ablenkung. Du lässt keine Stille zu. Damit verhinderst Du, dass Du wahrnimmst, was in Dir geschieht und was Dir fehlt.

Beide Arten unterbrechen den Alltag, beide schaffen Abstand – sie wirken aber grundverschieden auf Deine Energie.

Der Unterschied liegt in Deinem Inneren

 

Pause bedeutet: Du hältst an, um bei Dir anzukommen. Danach fühlst Du Dich anders als vorher – ruhiger, klarer, manchmal ein wenig leerer, aber auf eine gute Art.

Flucht bedeutet: Du schiebst etwas beiseite, was unter der Oberfläche aber weiterläuft. Die Flucht hat viele Gesichter. Sie heißt Netflix, endloses Scrollen –  Sport, Reisen, Putzen oder Organisieren. Diese Tätigkeiten haben dieselbe Funktion: nicht fühlen zu müssen, was da ist oder was fehlt. Danach bist Du oft nicht entspannter – sondern vielleicht unruhiger als vorher.

Ich kenne beide gut – und ich urteile nicht.

Warum wir Flucht für Pause halten

 

Weil sich die Flucht in dem Moment oft genauso gut anfühlt wie die Pause. Manchmal sogar besser, weil sie unmittelbarer ist, weil sie nichts von uns fordert und weil sie sofort Erleichterung verspricht.

Das Problem entsteht, wenn Flucht zur einzigen Form wird, die freie Zeit zu nutzen. Wenn man irgendwann nicht mehr weiß, wie eine echte Pause geht und wie sich anfühlt.

Eine Beobachtung, die helfen kann

 

Wenn Flucht zum Dauerzustand wird – wenn die Stille unerträglich wird, weil man nicht weiß, was in ihr wartet – dann wird sie zum Signal. Ein Signal, auf das zu achten sich lohnt.

Denn was in der Stille wartet, ist schlicht man selbst. Mit allem, was man lange nicht beachtet oder sich eingestanden hat. Dieser Mensch mit seinen Bedürfnissen ist es wert, beachtet zu werden!

Eine Frage für Dich:

        „Wann hast Du zuletzt eine Pause (in Stille) gemacht, nach der Du Dich wirklich
          besser gefühlt hast – n
icht abgelenkt – , sondern ruhiger, entspannter?“

 

Wenn Dich diese Frage beschäftigt, dann hat dieser Artikel seinen Zweck erfüllt.

  

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Wenn Du diese Gedanken vertiefen möchtest

Jede Woche schreibe ich einen „Brief auf dem Weg zur Resilienz“.

Darin geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um Beobachtungen, die den Blick auf Dein Leben verändern können.

Wenn Du die Briefe direkt in Dein Postfach willst, dann trage Dich hier ein.

 

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Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „Von der Erschöpfung zur Resilienz“. Wenn du die Gedanken verfolgen möchtest, beginne mit dem ersten Artikel der Serie „Was ist Resilienz wirklich.“ Du findest ihn auf meiner Homepage. 

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