Warum Urlaub oft keine Erholung ist

Erschöpfung verschwindet nicht mit dem Ortswechsel

 

Warum ist Urlaub oft keine Erholung? Viele Menschen freuen sich monatelang auf ihren Urlaub. Endlich ausschlafen. Endlich abschalten und zur Ruhe kommen. Doch viele erleben nach einigen Tagen etwas Überraschendes. Der Körper ist zwar am Meer oder in den Bergen. Die Gedanken sind es nicht.

 

Vielleicht kennst Du das. Die ersten Tage fühlen sich ungewohnt an. Man schläft länger, wird aber nicht wirklich wacher. Man sitzt in der Sonne und denkt trotzdem an Termine, Verpflichtungen oder an all das, was nach dem Urlaub wartet. Dabei sollte der Urlaub doch Erholung bringen.

 

Wenn der Alltag mitreist 

 

Wir glauben oft, Erschöpfung entstehe vor allem durch äußere Belastungen. Durch zu viel Arbeit, zu viele Termine, zu wenig Schlaf und durch zu wenig Freizeit. Natürlich spielt das alles eine Rolle.

 

Aber vielleicht nehmen wir etwas mit in den Urlaub, das sich nicht so einfach zu Hause lassen lässt. Unsere Gewohnheiten, unser inneres Tempo und unseren Anspruch, immer etwas leisten oder erledigen zu müssen.

 

Der Kalender bleibt vielleicht zu Hause, doch unsere Verhaltensmuster reisen mit.

 

Erholung lässt sich nicht planen

 

Interessanterweise fällt vielen Menschen das Nichtstun schwer. Kaum haben sie freie Zeit, entsteht schon eine gewisse Unruhe.

 

Sie greifen wieder zum Smartphone, planen den nächsten Ausflug oder suchen nach einer anderen Beschäftigung. Vielleicht weil Stille und Muße so ungewohnt geworden sind? Im Alltag fällt uns das gar nicht mehr auf.

 

Könnte Erholung schon früher beginnen?

 

Vielleicht könnte Erholung nicht erst im Urlaub beginnen.

 

Sie könnte schon vorher beginnen. In kleinen Momenten, in denen wir erkennen, wie wir eigentlich leben. Nicht, um sofort etwas zu verändern. Sondern nur um es erst einmal wahrzunehmen, was überhaupt in und mit uns geschieht.

 

Manchmal zeigt uns der Urlaub nicht, wie wir uns gut erholen können. Er zeigt uns, wie erschöpft wir angekommen sind. Die Frage ist, warum und ob das so sein muss?

 

Eine Frage, die bleiben darf

 

Der wichtigste Unterschied ist vielleicht gar nicht der zwischen Arbeit und Urlaub. Vielleicht ist der wichtigste Unterschied der zwischen Funktionieren und Leben.

 

Kann es sein, dass wir nicht deshalb erschöpft sind, weil wir zu wenig Urlaub haben – sondern weil wir unsere Bedürfnisse tagtäglich vernachlässigen und uns selbst verlieren?

 

Vielleicht begleitet Dich diese Frage noch ein wenig.

Wenn das geschieht, hat dieser Artikel seinen Zweck erfüllt.

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