Krise überwinden

In dieser Woche hatte ich eine persönliche Krise, natürlich mit verursacht durch die Corona-Krise. Es kam einiges zusammen, zusätzlich zu der negativen Nachrichtenlage und Problemen von Freunden. Heute habe ich die Krise überwunden. Wie kam es zu der Krise und wie habe ich sie überwunden?

Mein Fehler war, dass ich meinen Fokus auf die Probleme richtete und mich so von Tag zu Tag schlechter fühlte. Es gab neben Corona insbesondere ein weiteres Problem, bei dem ich Ohnmacht empfand. Ich fühlte mich in meiner Persönlichkeit bedroht und reagierte emotional, gesteuert von der Amygdala.

Sie erinnern sich, wenn die Amygdala die Regie übernommen hat, gibt es nur noch zwei archaische Reaktionen: Angriff oder Flucht. Ich ging zum Angriff über, d.h. ich blieb aktiv. Ich bemühte mich parallel von diesen negativen Emotion wegzukommen. Zunächst jedoch vergeblich.

Dann kam die Wende: ich las die alte chinesische Weisheit: „Was ist, ist.  Was nicht ist, ist nicht.“ Ich verstand, dass ich die Situation einfach annehmen musste. Die Situation war, wie sie war, ob ich mich darüber ärgerte oder nicht.

Die Situation war auch nicht wirklich bedrohlich. Die Beeinträchtigung entstand durch meine  Erwartung, die nicht erfüllt wurde. Ich sah die Situation durch meine subjektive „Brille“. Ich musste also nur meine Erwartung („Brille“) ändern. Indem ich die Situation schlicht akzeptierte, bestand die Beeinträchtigung nicht mehr. Ich entzog der Situation ihre emotionale Macht.  

Zusätzlich erinnerte ich mich daran, das zu beachten, was ich habe, und dankbar dafür zu sein. Die gute Gesundheit, gute Freunde, eine warme Wohnung, etc., denn „Beachtung bringt Verstärkung.“ Da ich mich grundsätzlich bemühe, jeden Abend den Tag positiv zu beenden, also mit Gedanken der Dankbarkeit einzuschlafen, war das nicht schwer. Ich musste mich aber erst wieder daran erinnern und den Fokus bewusst darauf richten. Lesen Sie auch meinen Beitrag zur Dankbarkeit https://haharth.de/dankbarkeit/.

Nachdem nicht mehr die negativen Emotionen die Oberhand hatten, verlor die Amygdala ihren dominierenden Einfluss und mein Großhirn übernahm wieder die Führung. Meine Ziele traten wieder in den Mittelpunkt. Die Krise war beendet.

Krisen sind übrigens etwas ganz Normales, gerade wenn Sie sich weiter entwickeln. „Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen,“ hat Max Frisch geschrieben.

Die vier Schritte aus der Krise:

1. Akzeptieren Sie, was ist und was Sie nicht (kurzfristig) ändern können.
Nehmen Sie die Situation einfach an. Das ist nicht einfach, ich weiß.
Wenn es Ihnen aber gelingt, stoppen Sie damit den negativen Erregungs-
Kreislauf (Ärger) und den Einfluss der Amygdala.

2. Seien Sie bewusst dankbar, für das, was Sie haben. Mit Dankbarkeit
richten Sie nämlich Ihren Blick  auf das, was positiv in Ihrem Leben ist,
und „Beachtung bringt Verstärkung.“  Damit bauen Sie positive
Emotionen auf und Sie sehen wieder Chancen.

3. Fokussieren Sie sich (weiter) auf Ihre Ziele – nicht auf die Probleme.

4. Handeln Sie, um Ihre Ziele zu verwirklichen. Überhaupt bleiben Sie oder
werden Sie aktiv. Wenn Sie heute handeln, können Sie eine heute
unbefriedigende Situation in eine morgen bessere verwandeln. Handeln
kann eben auch nach innen gerichtet sein.

Die Beeinträchtigung, die mich insbesondere beschäftigt hat, ist beseitigt, andere Probleme bestehen weiter. Ich habe aus der Krise wieder etwas gelernt, was Sie jetzt nutzen können.


Für den Blog-Beitrag gilt das deutsche Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen unserer schriftlichen Zustimmung. Downloads und Kopien des Blog-Beitrags sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.