1. Das Paradox unserer Zeit
Von Goethe stammt der Satz: „Irrend lernt man.“
Doch die meisten Menschen wollen genau das nicht: sie wollen nicht irren. Sie wollen keine Fehler machen, keine Rückschläge erleiden, nicht scheitern, sich nicht blamieren.
Ist das aber klug?
Die unbequeme Wahrheit: Nur wer nichts entscheidet und nicht handelt, macht keine Fehler!
Wer nichts Neues versucht, irrt nicht.
Wer nichts wagt, lernt nichts hinzu.
Wer sich weiter entwickeln will, muss den Irrtum in Kauf nehmen, wird ihn gar begrüßen! Immer dann, wenn wir erkennbar irren, haben wir die Chance, etwas zu lernen!
Der Irrtum ist kein Feind – er ist unser bester Lehrmeister!
2. Was ein Irrtum uns wirklich lehrt
Was ist ein Irrtum? Irrtum ist, wenn das Ergebnis unseres Handelns ein anderes ist als das geplant. Ist das unangenehm? Selbstverständlich. Ist es wertvoll? Absolut!
Der Schmerz, den unser Irrtum verursacht, macht uns aufmerksam auf:
- Unkluge Ziele – Vielleicht verfolgen wir etwas, das für uns nicht gut ist.
- Falsches Handeln – Unsere Strategie oder Ausführung sind nicht adäquat.
- Irrige Bewertung – Unsere Bewertung der Situation oder der Entwicklung und
die Bedeutung, die wir ihnen geben, sind falsch.
Der Irrtum ist also ein präzises Feedback-System. Es hilft uns, uns sinnvolle Ziele zu setzen, richtig zu handeln und Ergebnisse und Entwicklungen klug zu bewerten.
Wenn sich Fehler wiederholen:
- Die Ereignisse, die uns widerfahren, sind notwendig, damit wir lernen, was wir noch lernen müssen.
- Wenn uns etwas immer wieder widerfährt, haben wir offenbar noch nicht die richtigen Schlüsse aus unseren Irrtümern gezogen.
Wiederkehrende Muster sind keine Pechsträhne – sie sind hartnäckige Lerneinladungen!
3. Der Weg zur Erkenntnis – der Irrtum
Wer klagt, er habe ein schweres Schicksal und sei Opfer der äußeren Umstände, hat entweder nicht verstanden oder ist nicht bereit, sein Verhalten zu ändern: Entscheidungen zu treffen, zu handeln – etwas zu wagen.
Was Du wirklich kannst, weiß niemand. Du kannst es nur selbst herausfinden, indem Du:
- Herausforderungen annimmst – und sie meisterst
- Dein Potential entfaltest – und Neues versuchst
-
Dich dem Unbekannten stellst und Schlüsse ziehst, so gut es Dir möglich ist
Und dazu gehören Irrtümer, Rückschläge und auch Scheitern!
Müssen wir uns dafür schämen? Nein! Wir sollten uns schämen, es nicht versucht zu haben! Denn nur durch den Versuch können wir erkennen, was wir können.
Ein Irrtum ist es deshalb, keine Fehler machen zu wollen. Wer meint, sich nicht irren zu dürfen, bleibt stehen und kann sich nicht weiterentwickeln.
Das ist das Paradox: Die Angst vor dem Irrtum ist selbst der größte Irrtum.
4. Die Einladung zum Wachstum
Wage also das, von dem Du nicht weißt, ob es geht und ob Du es kannst!
Wage den Irrtum, denn: „Irrend lernt man!“
Und wenn Du sagst: „Ich habe mich geirrt“, heißt das ja auch – unausgesprochen – dass Du dann klüger bist! Jeder Irrtum ist ein Schritt vorwärts. Jeder Fehler eine Lektion. Jeder Rückschlag eine Gelegenheit zu wachsen.
Die Frage ist nicht, ob Du Fehler machen wirst. Die Frage ist: Hast Du den Mut, es zu versuchen?
Dafür wünsche ich Dir gutes Gelingen!
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